Geschichte
Der Dienst in
der Freiwilligen Feuerwehr Hoch-Weisel wird seit Jahrzehnten auch durch eine nicht
alltägliche Einheit geprägt, auf die die Wehr im Jubiläumsjahr mit besonderem Stolz
blicken kann. Seit nunmehr fast 40 Jahren sorgt der Verpflegungstrupp Hoch-Weisel
mit seiner Feldküche, die gemeinhin auch "Gulaschkanone" genannt wird, für
das leibliche Wohl der Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen sowie der
Bevölkerung, und das nicht nur in Hoch-Weisel. Die Geschichte der mobilen
Verpflegungseinheit begann im Jahr 1964, als mit der Einrichtung und Stationierung des
Fernmeldezug Wetteraukreis FMZ (mot) II/6, zunächst im Rahmen des
zivilen Bevölkerungsschutzes und später dann als Einheit des
erweiterten Katastrophenschutz, auch ein Feldkochherd (FKH) als Einachsanhänger
mit abnehmbarer Feldküche der Freiwilligen Feuerwehr Hoch-Weisel übergeben wurde.
Rasch entwickelte sich diese
Einheit zum zentralen Punkt des Fernmeldezuges und diente zunächst in erster Linie
der Verpflegung der Angehörigen des Fernmeldezuges bei den regelmäßigen
Übungen. Aber auch die Wehr erkannte bald die Anziehungskraft der Gulaschkanone und
des deftigen Essens auf die Bevölkerung und nutzte die Einheit gerne bei
den mittlerweile traditionellen Festen im Laufe des Jahres. So gehörte lange Jahre
das Kochen auf dem Hausberg am 1. Mai und bis heute die Feier am Himmelfahrtstag
am Nassen Flecken zu den festen Einsätzen der Gulaschkanone. Das deftige und
reichliche Essen wurde schnell über die Grenzen von Hoch-Weisel hinaus bekannt,
so dass der Erste Verpflegungstrupp Wetteraukreis (so die damalige Bezeichnung)
auch bei Großübungen der
Katastrophenschutzeinheiten aus dem Kreis und ganz Hessens die erste Adresse
war.
Hierzu trugen vor allem die Köche
bei, die immer mit Herz und Seele bei der Sache waren und trotz des öfteren
Spagats zwischen den verschiedenen Geschmäckern bei der Verpflegung größerer
Gruppen nie ihren Humor verloren. Denn jeder Helfer wusste und weiß bis heute,
dass es bei der Küche nicht nur etwas zu Essen gibt, sondern auch immer einen
guten Schluck.
Nico Manz, Sebastian Messerschmidt, Martin Geretschläger, Florian Wendland
Nicht auf dem Bild: Thorsten Mohr und Arne Mundt
Der Verpflegungstrupp wurde aber
auch zunehmend von Privatpersonen und Firmen angesprochen, bei verschiedensten
Festen für die Verköstigung der Gäste zu sorgen. Sogar ein Bürgermeister von
Butzbach ließ es sich nicht nehmen, die Gulaschkanone für die Polterfeier seiner
Tochter zu bestellen. So erwies sich die Feldküche auch als Möglichkeit, für die
Einheit zusätzliche Mittel zu beschaffen, wodurch manches Fest ausgerichtet oder
bessere Ausrüstung für die Helfer des FMZ angeschafft werden konnte. So konnte
ebenfalls die standardmäßige Küchenausrüstung im Laufe der Jahre
erweitert werden, wodurch nunmehr für alle Gelegenheiten die passenden Geräte
zur Verfügung stehen.
Aber auch die Zeit ging nicht
spurlos an der ersten Gulaschkanone vorüber, so dass nach über 25 Jahren treuer
Dienste 1990 der erste Feldkochherd, trotz des guten Zustandes und
zahlreicher Umrüstungen und Überholungen in einem recht modernen Zustand, durch eine
hoch moderneren Feldkochherd der Firma Kärcher ersetzt wurde. Anfang der
neunziger Jahre fiel der Fernmeldezug Wetteraukreis dann den allgemeinen Sparmaßnahmen
zum Opfer und wurde im Rahmen der Umstrukturierung des
erweiterten Katastrophenschutzes aufgelöst, wodurch dem Verpflegungstrupp zwar die
Basisorganisation entzogen wurde, aber aufgrund seines eigenständigen Status
weiter bestehen blieb und direkt der Freiwilligen Feuerwehr Hoch-Weisel
zugeordnet wurde. Im Rahmen des Abzuges des FMZ aus Hoch-Weisel konnte aber ein
Kraftfahrzeug des Fernmeldezuges für die Wehr gesichert werden, das von da an
vor allem dem Verpflegungstrupp zur Verfügung steht. Dadurch wandelte sich
gleichzeitig das Einsatzspektrum der Feldküche, so dass diese nun in erster
Linie bei Veranstaltungen der Basiswehr und befreundeter Wehren zum Verwendung
kam und auch für die Helfer der neuen Einheiten des Katastrophenschutzes bei den
Freiwilligen Feuerwehren die Verpflegung zubereitet.
Aber die fortgesetzten Sparmaßnahmen
der öffentlichen Hand machten letztendlich auch nicht vor der Feldküche halt
und mit Beginn des Jahres 2000 wurde der Erste Verpflegungstrupp Wetteraukreis
aufgelöst und die fast neue Gulaschkanone an einen Verpflegungszug des Roten
Kreuzes im Kreisgebiet übergeben.
Aber das war kein Grund für
die Freiwillige Feuerwehr Hoch-Weisel den Kopf in den Sand zu stecken und
die beliebte Einheit zu beerdigen. Mit den Erlösen eines großen
Abschiedsfestes unter reger Beteiligung der Hoch-Weiseler Bevölkerung und großzügiger
Spenden sowie ein wenig Glück konnte eine fast neuwertige Feldküche der
ehemaligen Nationalen Volksarmee der DDR von dem ABC-Zug Büdingen erworben werden. In
viel Eigenleistung wurde dieser Küche ein feuerwehrroter Anstrich verpasst und
auf den neuesten technischen Stand gebracht. Außerdem konnte im Festjahr noch
ein Klein-LKW der ehemaligen NVA in Feuerwehrausstattung beschafft werden, so dass
der Verpflegungstrupp als Einheit der Freiwilligen Feuerwehr Hoch-Weisel mit
vollständiger Ausrüstung auch weiterhin in den nächsten Jahrzehnten seinen
Dienst verrichten wird.
Thorsten Mohr